Hermannslauf 2016

Andreas trotz dem Wetter und bezwingt den Hermann

Nachdem es seit Ende des vergangenen Jahres läuferisch wieder besser bei mir lief, kam der Wunsch auf, mal wieder an einem größeren Laufevent teilzunehmen. Der Spaß am Laufen kehrte mehr und mehr zurück, und so entschloss ich mich, den Hermannslauf 2016 unter meine Laufschuhe zu nehmen. Den Wunsch daran teilzunehmen und einen der begehrten Startplätze zu ergattern, sind allerdings 2 verschiedene Paar Schuhe. Dass der Hermann mittlerweile zu den Kultlandschaftsläufen in Deutschland gehört belegt allein die Tatsache, dass er nach Anmeldebeginn am 10. Januar innerhalb von knapp 4 Stunden mit über 7.000 Läufern komplett ausgebucht war! Ich hatte jedoch das Glück einen der begehrten Startplätze zu ergattern, und dementsprechend groß war dann auch die Freude bei mir. Mittlerweile hatte ich mich noch dem Lauftreff PB Elsen-Wewer angeschlossen, um mich so auch am Wochenende optimal auf den Hermann vorbereiten zu können. Die Generalprobe 2 Wochen vorher durch die lippischen Wälder mit über 700 Höhenmetern klappte dann auch unproblematisch, so dass ich guten Mutes für den Hermann war.

Am 24 April war es dann endlich soweit. Mit dem Bus und insgesamt 69 gut gelaunten Teilnehmern, ging es von Paderborn direkt zum Hermannsdenkmal hoch, wo uns kühle Temperaturen und dazu noch leichter Wind erwartete. Die Wettervorhersage machte einem schon im Vorfeld wenig Hoffnung auf einen trockenen Lauf. Regenschauer, Hagel und Schnee wechselten sich dann auch mit ein wenig Sonne gemischt, auf der gesamten Strecke immer wieder ab. Das tat der tollen Stimmung am Start aber keinen Abbruch, und mit dem AC/DC Hit „Highway to Hell“ wurden wir dann auf die 31,1 Kilometer lange Strecke geschickt.

Da ich mir kein Zeitlimit gesetzt hatte, konnte das Ziel nur heißen: Ankommen und die Strecke genießen! Entsprechend langsam ging ich dann auch die ersten Kilometer an, um hinter dem Ehberg allmählich mein passendes Lauftempo zu finden. Weiter ging es über die Panzerbrücke und den Sennerandweg Richtung Stapelager Schlucht und den berüchtigten Tönsberg.

Um bei dem ungemütlichen Wetter Kraft zu sparen, war hier zwischenzeitliches Gehen am Berg bei der Läufermenge eindeutig die bessere Lösung. Oben angekommen hatte man einen tollen Blick auf den Teutoburger Wald, und von dort ging es weiter auf dem Kammweg Richtung Oerlinghausen.

Dort empfing uns wie immer ein fantastisches Publikum, und man wurde förmlich mit der Stimmung durch den Ort getragen! Hier merkt man ganz besonders, welchen Stellenwert der Hermann in der Region OWL einnimmt. Richtung Schopketal bekam ich dann noch familiären Zuspruch und Aufmunterung, bevor es dann am tiefsten Punkt der Strecke angekommen, an den schwierigsten Teil des Laufes ging. Nach dem langen Bergablaufen merkte ich jetzt meine Waden besonders, und entsprechend schwer fielen mir dann auch die kommenden Steigungen Richtung Lämershagener Treppen. Dort angekommen, war bis zum Eisernen Anton hoch eigentlich nur wechselndes Gehen und Laufen angesagt. Vom Anton bis zur Osningstraße kam ich dann langsam wieder in den Tritt, um den letzten schwierigen Punkt der Strecke in Angriff zu nehmen. Jetzt war das Schlimmste überstanden, und in gemächlichem Lauf ging es weiter Richtung Promenade / Sparrenburg, wo uns dann auf den letzten Kilometer noch ein heftiger Hagelschauer entgegenschlug. Wie überhaupt auf der ganzen Strecke, konnte man auch hier die echte Begeisterung spüren, die den Läufern für ihre Leistungen entgegengebracht wurden. Entsprechend groß war dann auch bei mir die Freude über das erreichte Ziel.

Meinen dritten, aber garantiert nicht letzten Hermann, hatte ich in einer Zeit von 3:24:29 Std. bezwungen. Und auf dem Rückweg freute ich mich schon auf die Badewanne, und das wohlverdiente Bier!

Andreas